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Du hast schon länger im Kopf endlich mit einem Motorrad dir den Wind um die Nase wehen zu lassen? Genau das ist jetzt möglich ohne Unsummen dafür ausgeben zu müssen. Ja es geht jetzt sogar mit dem Autoführerschein. Lese hier wie das geht.

Hier hast du alle Informationen auf einen Blick

Seit dem 1.1.2020 kannst du mit deinem Autoführerschein auch 125ziger fahren. Das schöne daran, du brauchst dafür keine Unsummen an Geld und Zeit investieren. Wie das geht, habe ich für Dich hier zusammengetragen.

Die Voraussetzung

Damit du dein Ziel, endlich Motorrad fahren erreichst, müssen nur wenige Bedingungen erfüllt sein.

Du musst mindestens 25 Jahre alt sein und mindestens seit 5 Jahren deinen PKW Führerschein besitzen. Solltest du vor dem 01.04.1980 schon deinen Auto Führerschein gemacht haben, darfst du ohne irgendeine Ausbildung sowieso 125ziger fahren. Für alle anderen gilt: Erst eine Fahrerschulung machen.


Muss ich einen Antrag stellen?

Einen Antrag beim Straßenverkehrsamt brauchst du nicht stellen. Trotzdem bekommst du einen neuen Führerschein.

Sobald du die Bescheinigung einer Fahrerschulung in der Tasche hast, brauchst du nur noch ein biometrisches Passbild. Damit gehst du dann zum Straßenverkehrsamt.

Natürlich wird es etwas dauern, bis der in der Bundesdruckerei hergestellt wurde. Also rechtzeitig hin und neu ausstellen lassen. Das wiederum ist mit Kosten verbunden. Frage hier am besten bei deinem zuständigen Straßenverkehrsamt nach. Da diese Regelung noch ziemlich frisch ist, findet man noch keine Informationen dazu online.


Was genau ist B196?

Der B196 ist keine Klasse im üblichen Sinn, wie zum Beispiel die Klasse B (Auto) oder A (Motorradführerschein ohne PS Beschränkung).

Es wird lediglich eine sogenannte Schlüsselzahl zusätzlich im Führerschein eingetragen. Schlüsselzahlen gibt es etliche, zum Beispiel auch für Brillenträger. So kann bei einer Polizeikontrolle genau nachvollzogen werden, ob du zum Auto fahren eine Brille oder sogar Kontaktlinsen tragen musst.

Das B steht also sowieso schon im Führerschein und zusätzlich wird dir die Schlüsselzahl 196 mit eingetragen. Das ergibt dann B196.

Was genau darfst du jetzt damit fahren?

Du darfst genau die gleichen Maschinen fahren, wie jemand der den A1 Führerschein gemacht hat. Also Maschinen bis 125cm³ Hubraum und nicht mehr als 11kw bei einem Leistungsgewicht von maximal 0,1kw pro kg. Das bedeutet im Klartext: Hast du eine Maschine mit 11kw, Leistung muss sie mindestens 110kg wiegen.

Eine Geschwindigkeitsbegrenzung wie früher, gibt es nicht mehr. Es gibt durchaus Maschinen die 120 bis 130km/h Höchstgeschwindigkeit erreichen.

Für entspanntes Cruisen ( ohne bestimmtes Ziel [gemächlich] herumfahren um andere zu sehen und selbst gesehen zu werden) 🙂 reicht das allemal.

Wichtig zu wissen: Anders als mit dem richtigen Führerschein A1 darfst du damit nicht im Ausland fahren. Also nur in Deutschland darfst du mit dem B196 fahren. Auch ein “Trike” darfst du damit nicht fahren.


Brauche ich eine Fahrschule?

Ja, du brauchst eine Fahrschule um die Bescheinigung über eine Fahrerschulung zu bekommen.

Mein Tipp: Frage vorher nach, wann die nächsten Termine für den theoretischen Teil der Ausbildung stattfinden. Nicht jede Fahrschule macht jede Woche Motorradtheorie. In der Regel sammeln die Fahrschulen erst ein paar Anmeldungen, bevor sie die Termine für die Theorieschulung festlegen.

Ein Einzelunterricht kann dann auch schon mal ziemlich teuer werden.

Und dann kommt ja auch noch die Praxisschulung. Auch die dürfen nur Fahrschulen durchführen und bescheinigen.

Vorsicht ist geboten bei Fahrschulen die dir anbieten, die Bescheinigung auszustellen ohne dass du die Schulung gemacht hast. Das ist Betrug und kann entsprechende Konsequenzen nach sich ziehen, bis hin zum Verlust deines Führerscheins.

Nach Abschluss der Schulung bekommst du dann die heißersehnte Bescheinigung, mit der du dann zum Straßenverkehrsamt gehen kannst.

Die Bescheinigung allein berechtigt übrigens nicht zum fahren. Erst wenn du den Führerschein mit der Schlüsselzahl 196 in der Hand hältst, darfst du auch mit deiner Maschine endlich losfahren.

Die Bescheinigung deiner Fahrschule ist im übrigen nur 1 Jahr gültig. Das heißt: Gehe umgehend zum Straßenverkehrsamt und lasse dir die Schlüsselzahl 196 in deinen Führerschein eintragen. Sonst verfällt nach einem Jahr deine Bescheinigung und du fängst von vorn an.


Wie läuft die Schulung ab?

Die Schulung teilt sich auf in einen theoretischen Teil und in einen praktischen. Eine abschließende Prüfung gibt es nicht. Es ist halt nur eine Schulung.

Die meisten Fahrschulen die auch Motorradausbildung betreiben, stellen dir eine Maschine zur Verfügung. Der große Nachteil daran: Die Maschine ist nicht unbedingt passend für deine Größe. Nicht alle Fahrschulen haben mehr als eine Maschine. Eher die wenigsten.

Aber es gibt eine perfekte Alternative. Nimm deine eigene Maschine. Du machst den Schein doch sowieso, damit du dann sofort fahren kannst. Dabei lernst du deine eigene Maschine gleich richtig kennen. Du machst die Praxisübungen mit deiner Maschine und fühlst wie sie bei einer Gefahrbremsung reagiert.

Anschließend fühlst du dich auch in Gefahrensituationen viel sicherer. Es geht ja schließlich um deine Gesundheit.

Außerdem kannst du über den Preis anders mit deiner Fahrschule verhandeln. So muß die Fahrschule ja ihre Maschine nicht einsetzen und spart auch Kosten die dir dann zugute kommen können.

Einzige Bedingung für das Fahren auf der eigenen Maschine: Du brauchst eine Freigabe deiner KFZ Versicherung, sodas du die Schulung auf der eigenen Maschine durchführen darfst. Hier kannst du dir ein PDF runterladen, mit dem du das bei deiner Versicherung das beantragen kannst.


Theorie und Praxis

Die Theoretische Schulung hat den gleichen Inhalt wie der Zusatzunterricht für alle anderen Motorradführerscheine. Hier die Details:

1. Fahrer/Beifahrer/Fahrzeug

a. Persönliche Voraussetzungen
b. Schutz des Fahrers
c. Betriebs- und Verkehrssicherheit, Wartung und Pflege
d. Mitnahme von Beifahrern und Gepäck

2. Besonderes Verhalten beim Motorradfahren

a. Spezielle Verkehrsregeln und Gefahren für Motorradfahrer
b. Sehen und gesehen werden
c. Fahrbahn „lesen“
d. Umweltbewusstes Fahren

3. Besondere Schwierigkeiten und Gefahren für Motorradfahrer

a. Hauptgefahren durch andere Verkehrsteilnehmer
b. Fahren unter erschwerten Bedingungen (Sicht, Wetter)
c. Fahren bei Dämmerung und bei Dunkelheit
d. Sehen und gesehen werden
e. Verhalten nach Unfällen

4. Fahrtechnik und Fahrphysik

a. Bedeutung von Übungen zur Fahrzeugbeherrschung
b. Kreiselkräfte, stabile und instabile Fahrzustände
c. Befahren von Kurven (Lenkimpulstechnik, Fliehkraft, Schräglage, Blicktechnik)
d. Bremsen, Ausweichen
e. Kritische Fahrzustände

Jede Theorieeinheit dauert 90 Minuten.

Auf die fahrpraktischen Übungen entfallen mindestens fünf Unterrichtseinheiten in mindestens den Sachgebieten nach Anlage 3 Nummer 17.2 und Anlage 4 Nummer 1 und 2 der Fahrschüler-Ausbildungsordnung. Die gleichzeitige praktische Schulung von mehreren Teilnehmern ist unzulässig.

http://www.gesetze-im-internet.de/fev_2010/anlage_7b.html

Das bedeutet im Klartext folgendes:

Anlage 3 Nummer 17.2 beinhaltet der sichere Umgang mit der Maschine.

http://www.gesetze-im-internet.de/fahrschausbo_2012/anlage_3.html

Da die Dauer nur für die Überland und die Autobahnfahrten genau angegeben ist und von “Einheiten” gesprochen wird, bleibt hier leider etwas Spielraum. Ein verantwortungsvoller Fahrlehrer wird erst Überland und Autobahn fahren, wenn die oben genannten Übungen “sicher” sitzen. Dafür reichen 45min wohl kaum. Eher 90 oder sogar 135 Minuten. Nach oben sind keine Grenzen gesetzt.

Und wenn du ehrlich zu dir selbst bist, dann schaffst du wohl kaum alle Übungen perfekt beim ersten Mal. Naja, perfekt muss es ja nicht sein, aber “sicher”!

http://www.gesetze-im-internet.de/fahrschausbo_2012/anlage_4.html

Also die Fahrten Überland 5 mal zu je 45min. Autobahn 4 mal zu je 45min. Und dann noch der sichere Umgang mit der Maschine. So könnten die 5 Einheiten dann also ablaufen:

ArtUmfangEinheit
Überland90 Minuten1
Autobahn135 Minuten2
Überland und Autobahn90 + 45 = 135 Minuten3
Überland und Übungen45 + 45 = 90 Minuten4
Übungen90 Minuten (oder mehr)5

Mein Rat:

Gönn dir lieber etwas mehr Übung als zu wenig. Gebrochene Knochen und eine kaputte Maschine tun mehr weh, als Geld für die eigene Sicherheit auszugeben.


Muss ich eine Prüfung machen?

Jetzt mal eine gute Nachricht. Sobald du deine Bescheinigung in der Tasche hast, war´s das. Keine Prüfung. Weder Theorie noch Praxis.


Gelten die gleichen Bedingungen beim Aufstieg auf eine größere Maschine?

Der B196 ist anders als der “richtige” A1, eine Schlüsselzahl. Möchtest du dann doch eine große Maschine fahren, mußt du den kompletten Führerschein absolvieren. Das heißt du machst eine Führerscheinerweiterung und musst Theorie und Praxis absolvieren incl. Prüfung. Mit allen vorgeschriebenen Stunden.

Es ist also schon eine genaue Überlegung wert, ob man nicht gleich den großen Schein macht. Mit allem drum und dran.

Vorteil dabei: Du investierst nicht doppelt.

Andererseits: Wer auf der 125ziger erstmal Erfahrung gesammelt hat, der braucht weniger Fahrstunden beim großen Schein. (Wer das im Hinterkopf hat, nicht knauserig sein und etwas mehr in die Übungen investieren. Es lohnt sich).

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